Mittwoch, 24. November 2010
Film-Kritik: Harry Potter and The Deathly Hallows
Öhm, ja, warum auf Englisch? Ich kann diese Reihe nicht auf Deutsch ertragen. Sorry, wenn das snobistisch klingt. Ich hab die Bücher auf Englisch gelesen (als Anglistik-Studierte musste ich das wohl) und in England den ersten Film gesehen (anno 2001). Ich bin aber kein Fanatiker was die Bücher angeht. Ich hab sie alle gelesen, aber kann mich nicht an jedes Detail erinnern. Daher ärgere ich mich auch nicht so wenn was für die Filme geändert oder weggelassen wurde.
OK, eine Sache mag ich an den Filmen wirklich nicht: die Art und Weise wie der arme Ron Weasley in den Hintergrund geschoben wurde. Sehr schade, da BuchRon ein klasse Charakter ist. Und dann haben sie mit Rupert Grint auch noch jemanden gefunden, der schon immer ein natürlicherer Schauspieler war als seine beiden Mitstreiter Emma Watson und Dan Radcliffe. Die beiden sind erst im Laufe der Jahre gewachsen, Rupert war schon immer klasse und darf jetzt endlich auch mal richtig zeigen, was er drauf hat.
Das letzte Buch wurde in zwei Teilen verfilmt (und wir reden uns mal ganz stark ein dass das aus anderen Gründen als Geldgier passiert ist), was ok ist.
Der Film startet mit einer schönen/traurigen Sequenz in der u.a. Hermione sich aus dem Gedächtnis ihrer Eltern löschen lässt per Zauberspruch um sich dann Harry und Ron anzuschließen auf der Jagd nach Horcruxen, die Voldemorts Seele darstellen und zerstört werden müssen, damit Voldy getötet werden kann.
Im Grunde geht es also darum, die Dinger zu finden und zu zerstören. Das tut das Trio dann auch, nicht ohne schwerwiegende Hindernisse natürlich, wie etwa wo sie die Dinger finden sollen, welche Objekte Voldemort , überhaupt benutzt hat und wie man die Teile zerstört. Eins finden sie recht bald, einen Anhänger mit Kette, der - "Lord of the Rings" lässt grüßen- eine nicht so angenehme Wirkung auf den Träger hat, vor allem auf den armen Ron, der sich zu Einfersüchteleien hinreißen lässt und in einer dramatischen Szene seine geliebte Hermione und Harry verlässt.
Der Film verliert danacht ein bisschen an Schwung (auch die ungeschickte Tanzszene ändert daran nichts), bis H/Hr sich auf den Weg in Harrys Heimatstadt machen in der Hoffnung dort das Schwert zu finden, mit dem sie den Anhänger zerstören können. Nach einer wahnsinnig spannenden Szene mit einer unheimlichen Begegnung der Schlangen-Art und der Zerstörung von Harrys Zauberstab (nicht das was ihr denkt, ihr Sausäcke!), kehrt Ron irgendwann zurück, juhuu. Aber der Film endet da natürlich nicht, und nachdem ich so viel verraten habe, belasse ich es inhaltlich dabei ;-)
Der Film ist der erste aus der Reihe, den ich gerne ein zweites Mal sehen würde. Zum ersten Mal wurde die Story halbwegs verständlich gelassen, die Schnitte die gemacht wurden, haben das Vergnügen nicht geschmälert. Wie gesagt, ich kenne die Bücher nicht auswendig, aber in früheren Filmen wurden teilweise entscheidende Handlungsstränge weggelassen. Bis zu einem Ausmaß, dass ich mich gefragt habe, wie Leute, die die Buchreihe nicht gelesen haben, dem ganzen Chaos überhaupt folgen konnten.
Mit einem offenen Budget ist der Film natürlich perfekt ausgestattet, hat klasse Effekte, sensationelle Nebendarsteller die dieses Mal aber wirklich nur am Rande auftauchen (John Hurt, Bill Nighy, etc.). Was den drei Hauptdarstellern auch ganz gut tut, da in diesem Film kein neuer britischer Superschauspieler ihnen die Szenen stiehlt. Dieses Mal sind Dan, Emma und Rupert, genau wie ihre Rollen, auf sich gestellt und machen ihre Sache sehr gut.
Kurz: der Film lohnt sich, für mich die bisher beste Verfilmung. Ich weiß dass viele auf die Cuaron-Verfilmung stehen, aber Teil 3 ist für mich so ein Beispiel wo einfach zu viel ausgelassen wurde um noch richtig gut zu sein. Das ist bei Deathly Hallows endlich anders.
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