Ich war 22 Jahre alt am 11.9.2001, bin also alt genug um mich an den Optimismus meiner Generation zu erinnern Ende des letzten Jahrtausends bevor dieser jäh zerstört wurde. Irgendwie schwer zu verstehen dass die heute 22-jährigen in einer Zeit erwachsen geworden sind, die geprägt wurde von Angst, Hass, Bedrohung. Natürlich behaupte ich nicht, dass es anderen Generationen nicht ebenso ergangen ist (Hallo?) und natürlich wird es auch wieder besser. Aber ich wurde heute von einer Welle der Schwermut erfasst, als ich in der Garage meiner Eltern in einem meiner alten Kartons eine Videokassette (!) mit der Eröffnungsfeier der olympische Spiele 2000 gefunden habe. Die Spiele von Sydney, ein Jahr vor den Anschlägen in New York, waren sorglos, symbolisieren für mich inzwischen eine Zeit davor. Eine Zeit, in der die Welt so optimistisch gestimmt war, dass sich niemand vorstellen konnte, wie sehr sich eben jene Welt genau ein Jahr später verändern würde, und zwar für immer. Natürlich gab es auch damals Krisen, das ist ja wohl unbestritten. Aber ich bin davon überzeugt, dass damals etwas losgetreten wurde, dass sich heute noch zeigt, nicht zuletzt in der weltweiten Finanzkrise.
Bleiben wir bei meiner Generation, der Menschen die heute um die 30 sind. Eine Generation, die damals studierte oder anfing zu arbeiten oder sich darauf vorbereite, Familien zu gründen. Eine Generation, die dann in den Krieg zog, gegen einen Feind den sie unter den heimatlosen Menschen Afghanistans vermutete. Eine Generation, die die eigene Zukunft absichern wollte und sich verspekulierte, Häuser baute, die sie sich nicht leisten konnte, Geld lieh, dass sie nicht zurückzahlen kann. Eine Generation die es plötzlich wichtig fand, Kontakt zu halten, eine "soziales Netzwerk" aufzubauen zu Menschen die wir eigentlich nicht mehr kannten. Eine Generation, die überall erreichbar sein will.
Ich bin Teil dieser Generation. Als ich von den Anschlägen erfuhr, wurde mir schlecht, ich hab mich gekrümmt vor Angst, einer Angst vor der Bosheit von Menschen. Ich bin mir sicher dass Menschen die jünger sind als ich, das vielleicht nicht verstehen. Und ich klinge auch sicherlich wie jemand der "vom Krieg" erzählt und damit alle langweilt. Ich weiß auch nicht, warum ich an einem Samstag abend nix besseres zu tun habe, als mich in verworrenen Gedanken zu verlieren die ich nur schwer verständlich zum Ausdruck bringen kann. Aber was soll's.
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